ETB-Handball

Der ETB trauert um Franz Schröder

Gründungsvater vom Team Special Olympics verstorben
Im Januar 2008 fiel der Startschuss für ein Projekt, das bis heute einzigartig ist. Franz Schröder, zuvor 31 Jahre beruflich am Kolpingwerk für Lernbehinderte tägig, meldete sich als ehrenamtlicher Helfer auf eine Anzeige von Special Olympics. Seine Idee: Eine Handballmannschaft ins Leben zu rufen, die ausschließlich aus geistig Behinderten besteht. Mit viel Herzblut und großem Engagement stellten Schröder und sein Trainerkollege Klaus Laß ein Team auf die Beine. Neben dem wöchentlichen Training kümmerte sich Schröder auch um Schuhe, Trikots oder Bälle für seine Jungs, organisierte Freundschaftsspiele gegen Nichtbehinderte. Und auch abseits des Sports ging er zu den Familien, um über die persönliche Situation der Jugendlichen zu sprechen, oder verteilte als Weihnachtsmann Geschenke an seine Spieler, wenn es deren familiärer Hintergrund nicht zuließ. Er selbst empfand durch das überwältigende Feedback und die Herzlichkeit seiner Schützlinge viele persönliche Glücksmomente, die ihn für seinen Einsatz entlohnten.
2010 erhielt er die verdiente Anerkennung für seinen Einsatz, als er vom Stadtspiegel Essen zum „Helden des Alltags“ gekürt wurde, worauf er sehr stolz war. Mit dem ETB, für den er selbst viele Jahre aktiv Handball spielte, entwickelte er schließlich die Idee, die Mannschaft in den offiziellen Spielbetrieb zu integrieren. Dort spielt das Team seit 2013 in der 2. Kreisklasse – eine bundesweit immer noch einzigartige Leistung.
Die großen Erfolge seiner Jungs, die Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2014 und die Teilnahme von drei Spielern an den Weltmeisterschaften der geistig Behinderten in Los Angeles 2015, konnte er nicht mehr persönlich begleiten. Dass es in letzter Zeit ruhiger um ihn wurde, lag an seiner schweren Krebserkrankung, gegen die er die letzten Jahre kämpfen musste. Franz Schröder verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 73 Jahren. Sein Andenken halten nicht zuletzt seine Jungs in Ehren, wenn sie auf dem Feld stehen und sein Wirken fortsetzen.

 

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