Vereinsgeschichte

A-Jugend 1996    Damenmannschaft 1930

85 Jahre Handballsport beim ETB

Die Pionierzeit

1921 – Gründung der Handballabteilung

Die Gründungsphase des Handballsports beim ETB Schwarz-Weiß fiel in die turbulenten Jahre nach dem Ersten Weltkrieg. Die ersten Handballpioniere schickten sich an, im Jahre 1921 eine Handballabteilung beim ETB zu gründen. Der gesamte Handballsport begann sich in dieser Zeit erst ganz allmählich zu entwickeln. Erst vier Jahre später fand das erste Länderspiel überhaupt in dieser neuen Sportart statt.
Unter den Gründungsvätern befanden sich exzellente Turner, Leichtathleten, Mehrkämpfer und Schwimmer, die aus ihren ursprünglichen Disziplinen das nötige körperliche und konditionelle Rüstzeug für erfolgreiche Handballmannschaften mitbrachten.

1922
Gerade ein Jahr nach der Abteilungsgründung wird der ETB bereits Gaumeister der Deutschen
Turnerschaft. In der Folgezeit gelang es, auch in den unteren Mannschaften und in der Jugend einen regen Spielbetrieb ins Leben zu rufen. Angesichts der heute kaum noch vorstellbaren, enorm schwierigen Bedingungen kann diese Pionierleistung gar nicht genug gewürdigt werden.

1930
kam es zur Gründung einer Frauenmannschaft, in deren Reihen es vor herausragenden Sportlerinnen nur so wimmelte. So etwa Liesel Schumann, die in ihrer Spezialdisziplin, dem Speerwurf, mehrfache Deutsche Meisterin wurde und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere bei den Weltfrauenspielen, mit 42,32 m in Prag einen neuen Weltrekord aufstellte.

1933
werden die Damen Westdeutscher Meister, ein Erfolg, der bis heute keiner anderen Handballmannschaft des ETB mehr vergönnt war.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs dünnte der Spielbetrieb immer weiter aus. Mehr und mehr Aktive, die das wehrfähige Alter erreichten, wurden zum Militärdienst verpflichtet. Der Spielbetrieb konnte schließlich nur noch dank einer Spielgemeinschaft mit Altendorf 81 aufrechterhalten werden.

1939
Mit dem Ausbruch des II. Weltkrieges kommt der Spielbetrieb vollständig zum Erliegen kam.

1945 – Die zweite Gründergeneration

Die Essener Handballszenerie muss komplett neu aufgebaut werden. Nur wenige Vereine spielen überhaupt Handball.

1947
stellt der ETB wieder eine Jugendmannschaft auf die Beine. Im Laufe der Zeit wird der Spielbetrieb wieder ausgedehnt, sodass der ETB bald drei Senioren- und eine Jugendmannschaft stellen konnte.

November 1954
verstirbt der damalige Vorsitzende Willi Wünsche Sein Nachfolger wird Willi Pfeiffer, der das Gesicht der ETB-Handballabteilung für die kommenden 30 Jahre nachhaltig prägen soll.

1958/1960
Mit den Trainern Lorenz Stenzel und Friedhelm Stapelmann gelingen 1958 die Aufstiege in die Bezirksklasse und 1960 in die Landesliga, die damals die zweithöchste deutsche Spielklasse war.

1961
veranstaltet der ETB mit dem TuSEM ein Turnier, das weit über die Stadtgrenzen hinaus für Furore sorgt. Neben den beiden Gastgebern nahmen so renommierte Mannschaften wie Polizei Hamburg, VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen teil. Die 4000 Zuschauer in der Grugahalle waren angesichts von Handballsport auf Spitzenniveau schier aus dem Häuschen.

1969/70
Inzwischen erfreute sich auch der Hallenhandball einer stetig wachsenden Popularität. So gelingt in der Saison 1969/70 ein zweigleisiger Coup: Sowohl auf dem Feld als auch in der Halle feiert unsere Abteilung den Aufstieg in die Landesliga.

Die 70er Jahre – Hallen- löst Feldhandball ab

1970
Neugründung einer Damenmannschaft

Für den Feldhandball kam schließlich 1978 das „Aus“. Während der 70er Jahre hatte das schnellere und attraktive Spiel in der Halle den Feldhandball in den Hintergrund gedrängt. In den Sommern 1975 und 1976 wurden in Essen die letzten Begegnungen auf dem Großfeld ausgetragen; bereits zwei Jahre später gab es überhaupt keinen Feldhandball mehr. Der ETB war damals rechtzeitig auf den Hallenhandballzug aufgesprungen und realisierte mit dem Aufstieg in die Verbandsliga, in der man sich drei Jahre halten konnte, einen großartigen Erfolg.

1984
Mit der Wahl von Klaus Thörner zum Vorsitzenden endete die Ära der Vorkriegsgeneration in den führenden Positionen. Die meisten Posten wurden nun in jüngere Hände gelegt, wenngleich die Altgedienten nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite standen.

1985/86
Aufstieg der Damen in die Landesliga. Damit konnte der größte Erfolg seit ihrer Neugründung 1970 verzeichnet werden.

1987
wurde vom Tod der langjährigen Mitglieder Willi Pfeiffer und Walter Grosse überschattet. Beide sollten in diesem Jahr für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Insbesondere Willi Pfeiffer, dessen Name synonym für den Handballsport beim ETB und in Essen stand, hatte sich in seinen Ämtern als Vorsitzender und Geschäftsführer jahrzehntelang um den Verein und unsere Handballgemeinschaft verdient gemacht.

1993/94
Nach einer beispiellosen Verletzungsserie steigt der ETB aus der Bezirksliga ab. So bedeutete das Jahr 1994 in vielerlei Hinsicht einen Neubeginn. Auf der Abteilungsbrücke übergab Klaus Thörner den Vorsitz an Joachim Neumann, und mit Matthias Schulte wurde als Spielertrainer das Projekt „sofortiger Wiederaufstieg in Angriff genommen und ungeschlagen erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Im darauffolgenden Jahr übernahm Klaus Hipler den Posten des Spielertrainers von Matthias Schulte. Die Damen erringen nach jahrelangen vergeblichen Anläufen endlich den ersehnten Kreismeistertitel und steigen in die Bezirksliga auf.

1996/1998 – Aufstieg in die Landesliga
Für Joachim Neumann übernimmt Rudolf Spratte die Verantwortung. Mit Klaus Hipler als Spielertrainer gelingt 1997/98 endlich der große Sprung: Nach 19 Jahren steigt unsere I. Herrenmannschaft wieder in die Landesliga auf und wird dort auf Anhieb Vizemeister.

2000
Nach mehreren vergeblichen Anläufen kehren die Damen wieder in die Landesliga zurück.

Das neue Jahrtausend

Die erste Spielzeit im neuen Jahrtausend stand im Zeichen eines umfassenden Generationenwechsels bei der I. Mannschaft. Die I. Herren übernahm Bernd Vatter, der schon überaus erfolgreich unseren Nachwuchs trainiert hatte. 2001 steigt die 2. Herrenmannschaft zudem in die Bezirksliga auf. Der 3. Platz der I. Herren als beste Essener Landesligamannschaft war angesichts des enormen Umbruchs die positive Überraschung der Spielzeit. Seit der Saison 2004/05 leitet Carsten Walonka die sportlichen Geschicke der I. Mannschaft. Und ihm gelang bereits im ersten Jahr, was kaum jemand für möglich gehalten hätte – der ETB kehrte nach über 30 Jahren in die Verbandsliga zurück. Als Landesligameister mit einem überragenden Torverhältnis von 772:616 Toren und mit begeisterndem Tempohandball schafften wir endlich wieder den großen Sprung.
In der ersten Saison in der rauen Verbandsligaluft setzte sich die I. Herren in einem Wimpernschlagfinale am letzten Spieltag gegen den TB Ratingen durch und sicherte den Klassenerhalt in der Verbandsliga. Ein Kunststück, das ein Jahr darauf nicht mehr gelingen sollte. Nach einigen personellen Veränderungen stand am Ende der Saison 2006/07 der Abstieg in die Landesliga fest. Dafür wäre den Damen um ein Haar der Aufstieg in die Verbandsliga geglückt, doch das Team um den neuen Trainer Martin Abts scheiterte mit nur einem Tor Differenz in der Relegationsrunde der Landesliga-Vizemeister.
Erfreuliche Entwicklungen bietet hingegen die Jugendarbeit. Erstmals nach über 10 Jahren gelang es wieder, eine weibliche B-Jugend auf die Beine zu stellen. Darüber hinaus verfügen wir mittlerweile über eine Bambini-Mannschaft, die sich großer Beliebtheit erfreut und gegenwärtig von Christian und Melanie Schulze betreut wird.
Nach dem Abstieg in die Landesliga übernimmt Peter Jennes nach dem berufsbedingten Ausscheiden von Carsten Walonka für 2 Jahre die Geschicke der ersten Mannschaft. Ihm gelingt jeweils Platz drei, anschließend muss auch er aus beruflichen Gründen zurücktreten.

2008 – Zuwachs und Trauer
übernimmt Stefan Marschner den Abteilungsvorsitz von Rudolf Spratte, der die Abteilung über 10 Jahre leitete. Zugleich bekommt die Abteilung „Zuwachs“ durch die ehemaligen Aktiven des Polizei SV, die sich uns anschließen, sodass wir nach langer Zeit wieder vier Seniorenmannschaften melden können. Im September desselben Jahres verstirbt Rudolf Spratte völlig überraschend während eines Urlaubs und hinterlässt die Abteilung in großer Trauer. Rudolf hatte sich in seiner Funktion vor allem für den Gedanken einer „ETB-Familie“ stark gemacht, der bis heute von uns weitergelebt wird. 2009 gelingt es, Michael Köberle als Ersatz für den scheidenden Peter Jennes zu verpflichten. Mit Köberle „kratzen“ die I. Herren mehrfach am Aufstieg in die Landesliga. Insbesondere in der Saison 2011/12 wäre das Team mehr als reif für den Aufstieg gewesen, hatte jedoch das Pech, an der neu gegründeten SG Ratingen 2011 zu scheitern, deren Kader durchweg aus ehemaligen Bundes- und Regionalligaspielern bestand.

Seit 2010 – Jugend forscht und Special Olympics
Kurz nach der Jahrtausendwende war es so weit: Der Jugendspielbetrieb kam vollständig zum Erliegen. Um dem Verein wieder eine Zukunftsperspektive zu geben und Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu generieren, war dringender Handlungsbedarf angezeigt. Seit einem halben Jahrzehnt steht die Entwicklung unserer Abteilung im Zeichen der massiven Revitalisierung unserer Jugendarbeit. Was mit einer Bambini-Mannschaft begann, hat sich mittlerweile zu einem echten Boom entwickelt. In die Saison 2015/16 gehen wir mit sechs männlichen und zwei weiblichen Jugendmannschaften, und es wird nicht mehr lange dauern, bis der Seniorenbereich von dieser Entwicklung profitieren kann.
Ein bundesweites Alleinstellungsmerkmal hat unsere Abteilung seit 2013. Als erster Verein haben wir mit den „ETB Special Olympics“ eine Mannschaft im offiziellen Spielbetrieb, die ausschließlich aus geistig Behinderten besteht und als unsere V. Herrenmannschaft antritt.
Den Erfolgen stehen auch persönliche Verluste gegenüber. 2011 verlieren wir mit dem Tod von Roland Hummelink ein Mitglied, das 45 Jahre lang das Gesicht unserer Abteilung mitprägte, ohne jemals ein offizielles Amt innegehabt zu haben. 2013 verstirbt unser langjähriger Spieler und Kassenwart Walter Odendahl, 2014 folgt der Tod von Margit Spratte, die als „gute Seele“ im Hintergrund für unsere Abteilung enorm wichtig war.
2014 müssen sich die I. Damen nach 14 Jahren Zugehörigkeit aus der Landesliga verabschieden. Der „Betriebsunfall“ wird jedoch mit dem direkten Wiederaufstieg im Folgejahr wieder repariert. Nach vielen Jahren in der Spitzengruppe der Landesliga gerät auch die I. Herren bedingt durch zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle in den Abstiegskampf. Platz 11 in der Endabrechnung spiegelt jedoch keineswegs das Potenzial der Mannschaft wider.

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