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Special Olympics – was ist das und warum machen wir das?

Special Olympics ist die weltweit größte, vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Im Jahr 1968 von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit nahezu 4 Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten.

Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen.

Unter dem Motto „Inklusion – entscheidend is aufm Platz!“ haben wir seit Beginn der Saison 2013/14 ein Team in den offiziellen Spielbetrieb des Handballkreises Essen integriert, das ausschließlich aus geistig Behinderten besteht. Es handelt sich um ein deutschlandweit einzigartiges Projekt, um Menschen mit Behinderung in den regulären Meisterschafts-Spielbetrieb einer Sportart einzubinden. Wenn es gelingt, dieses Vorhaben dauerhaft zu etablieren, könnte dies auch Vorbildcharakter für andere Projekte, ggf. auch in anderen Sportarten, haben.

Das Projekt basiert auf einer Idee eines ehemaligen Aktiven der ETB-Handballabteilung, Franz Schröder, der jahrzehntelang am Berufsbildungswerk für behinderte Jugendliche tätig war. Für den Aufbau dieser Mannschaft wurde ihm 2010 der 1. Preis der Aktion „Helden des Alltags“ vom „Stadtspiegel Essen“ verliehen.

Wir wollen mit diesem Projekt einen dauerhaften Beitrag zur Integration geistig behinderter Sportler in den regulären Sport- bzw. Ligabetrieb leisten. Im Wettstreit mit Nicht-Behinderten sollen alle Beteiligten einen respektvollen Umgang miteinander pflegen, getragen von Fairness und der Leidenschaft an einem gemeinsamen Sport. Das Recht auf Teilhabe ist ein zentrales Menschenrecht. Einbinden statt ausgrenzen, um gleichberechtigte, vollwertige Partizipation an sportlichen und damit auch sozialen Aktivitäten zu ermöglichen – das ist der Leitgedanke unserer Idee, die „Special Olympics“ in den offiziellen Wettkampfsport zu integrieren.

Unserem Verständnis nach äußert sich diese Teilhabe in der praktischen Umsetzung „auf der Platte“. Die Spieler mit Behinderung erhalten so die Möglichkeit, eine Gruppenzugehörigkeit ohne „Sonderstatus“ zu erfahren. Den anderen Aktiven wird gleichzeitig die Chance geboten, in der gemeinsamen Aktivität ihre sozialen Fähigkeiten zu erweitern.

Mittlerweile sind wir vom Erfolg dieses Projekts geradezu überwältigt, und das in mehrfacher Hinsicht. Zum einen hat sich die Mannschaft sportlich spürbar weiterentwickelt. Zum anderen sind die Hilfsbereitschaft und Akzeptanz von außen bemerkenswert. Was mit der Verleihung der „Sterne des Sports“ der GENO BANK Essen und der Unterstützung durch den Sportausrüster KEMPA begann, setzte sich mit der Präsentation als Vorzeige-Inklusionsprojekt auf der Homepage des DHB, dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften der geistig Behinderten, dem Gewinn der „dm Helferherzen“ für sozialen Einsatz und vielen Dingen mehr fort.

Darüber hinaus ist eine wahre mediale Flutwelle über uns zusammengebrochen. Berichte in der WAZ/NRZ, im WDR Fernsehen, im Behindertenmagazin „caput“, in „Wir im Sport“, dem Organ des Landessportbundes NRW, in der Ruhr Revue und sogar die altehrwürdige Welt am Sonntag hat unserer Mannschaft einen ganzseitigen Bericht gewidmet. Beiträge auf SAT1 und Radio Essen sind ebenfalls ausgestrahlt worden.

Darüber hinaus hat das Team vom 19.–23. März 2014 an den Nationalen Spielen für Menschen mit geistiger Behinderung, den Special Olympics Deutschland, in Düsseldorf teilgenommen und dort den bislang größten Erfolg feiern können. Der Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften stellt den bisherigen Höhepunkt in der Entwicklung der Mannschaft dar.

Mit diesem Erfolg war die Möglichkeit verbunden, sich für die Weltsommerspiele der geistig Behinderten vom 24.07.–06.08.2015 in Los Angeles zu qualifizieren. Drei unserer Jungs haben dies geschafft und wollen dort mit der Deutschen Nationalmannschaft die Goldmedaille von Athen 2011 verteidigen. Christian Bauer, Cedric Stratmann und Tobias Bals absolvierten am ersten Dezemberwochenende bereits den zweiten Lehrgang mit dem deutschen Kader in Glauchau/Sachsen, um gut vorbereitet in die Weltsommerspiele gehen zu können. Also, Jungs, go for Gold!

 

Informationen zur Mannschaft und Trainingszeiten, finden Sie hier.

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